Klimawandel oder globale Erwärmung bezeichnet den allmählichen Anstieg der Durchschnittstemperatur der
Luft in Bodenähe und der Meere während der vergangenen Jahrzehnte.
18.Juli 2007 | Die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche hat sich seit dem 18. Jahrhundert um 0,76
Grad Celsius erhöht. Elf der zwölf wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen fielen in den
Zeitraum von 1994 bis 2005.
Inzwischen ist allgemein anerkannt, dass das bei der Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl entstehende
Kohlendioxid der Hauptverursacher für die globale Erwärmung ist, weil es die Wärmeabstrahlung von
Sonnenenergie in den Weltraum behindert. Folgen des Klimawandels können ein Anstieg der Meeresspiegels
und Überflutungen, Hitzewellen und Dürreperioden, Orkane oder andere extreme Wetterverhältnisse sein.
Wichtige Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels sind effiziente Technologien auf dem Gebiet der
Energieerzeugung,
Der Treibhauseffekt ist ein natürlicher Vorgang, der für eine lebensfreundliche Durchschnittstemperatur auf der Erde sorgt. Gegenwärtig ist es durchschnittlich 15 Grad Celsius warm - ohne ihn wären es nur -18 Grad Celsius. 01.August 2007 | Die Erde erhält Sonnenenergie und damit Wärme in Form von Strahlung. 70 Prozent der Sonnenstrahlung wird absorbiert und wärmt so Ozeane, Kontinente und die Atmosphäre. 30 Prozent davon wird reflektiert; allerdings entweicht die Strahlung nicht einfach ins Weltall, sondern trifft in der Atmosphäre auf die sogenannten Treibhausgase, darunter Kohlendioxid (CO2), Wasserdampf und Methan. Sie sind ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre und strahlen die absorbierte Wärme gleichmäßig in alle Richtungen ab - einen Teil davon wieder zurück zur Erdoberfläche, wodurch diese erwärmt wird. Der Grund zur Sorge über die globale Erwärmung besteht darin, dass der Mensch durch seine Emissionen die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre erhöht und so den Treibhauseffekt verstärkt. Die Konsequenz ist eine sich stetig erwärmende Erdoberfläche.
Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle sind aus unserem alltäglichen Leben, aber auch aus der
gesamten Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Sie liefern Strom und Wärme, dienen als Treibstoff und werden
zu unzähligen Produkten weiterverarbeitet. Somit sind sie von grundlegender Bedeutung für das Funktionieren
der Wirtschaft und den Erhalt unseres Lebensstandards. Den Großteil des weltweiten Energiebedarfs decken
fossile Energieträger.
16.August 2007 | Weltweit ist Erdöl mit einem Anteil von 36,4 Prozent am Primärenergieverbrauch nach wie
vor wichtigster Energieträger. Kohle nahm im Jahr 2005 mit einem Anteil von 28 Prozent die zweite Stelle vor
Erdgas mit 24 Prozent ein. CO2 ist der natürliche Reststoff bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Die
Reduzierung der CO2-Emissionen ist ein wichtiges klimapolitisches Ziel. Um dies wirksam zu erreichen sind
neue Techniken notwendig, die heute erst in der Entwicklung sind. Im Vergleich von Erdöl mit Erdgas fällt bei
der Verbrennung von Erdgas nur 75 Prozent soviel CO2 an wie bei Erdöl. Im Vergleich mit Kohle beträgt dieser
Wert sogar nur 58 Prozent. Deshalb ist eine mögliche Klimaschutzstrategie auch der Brennstoffwechsel auf
Erdgas. An den Siemens Standorten wird für die Beheizung von Heizanlagen und Prozessfeuerungen fast
ausschließlich umweltfreundliches Erdgas eingesetzt. Einen Überblick gibt die Siemens Corporate
Responsibility Internetseite. An vielen Standorten laufen Programme zum verantwortungsvollen Umgang mit
Erdgas und Erdöl. Beispielsweise sollte sichergestellt sein, dass die Raumtemperatur durch die Benutzung und
richtige Einstellung von Thermostaten nicht zu hoch eingestellt ist. Jedes Grad zusätzliche Raumtemperatur
bedingt 6 Prozent mehr Energieverbrauch.
Erneuerbare Energien, auch regenerative Energien genannt, sind im Gegensatz von fossilen Energien nahezu
unbegrenzt vorhanden.
31.August 2007 | Die wichtigsten erneuerbaren Energien sind Windenergie, Sonnenenergie, Wasserkraft und
Biomasse. In den letzten Jahren hat noch die Geothermie, also die Nutzung von Erdwärme, an Bedeutung
gewonnen. Besonders anschaulich ist der Prozess der Erneuerung bei Energie aus Biomasse: Für nahezu alle
laufenden Prozesse in der irdischen Biosphäre ist die Sonne der ständige Energielieferant. Diese Prozesse
können sogenannte nachwachsende Rohstoffe hervorbringen, deren forcierte Verbrennung, etwa zu Heizoder
Antriebszwecken, an die Stelle natürlicher Verrottung tritt. Dabei wird gerade so viel Kohlendioxid frei, wie
die gewachsene Biomasse der Atmosphäre zuvor entnommen hat. Damit ist neben der Unerschöpflichkeit der
regenerativen Energien ihr zweiter großer Vorteil genannt: Erneuerbare Energien tragen in deutlich geringerem
Ausmaß zum Treibhauseffekt bei als fossile Energien. Die Europäische Union hat sich deshalb das Ziel
gesetzt, schon 2020 mindestens 20 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken.
Auch andere Länder außerhalb Europas haben ähnliche Ziele. Um diese hohen Quoten zu erreichen, müssen
noch beträchtliche technische Anstrengungen unternommen werden. Windenergie und Sonnenenergie fallen
oft ungleichmäßig und dezentral an. Es fehlen noch leistungsfähige Energiespeicher und angepasste
Übertragungsnetze. Die derzeit noch höheren Kosten im Vergleich zur Erzeugung aus fossiler Energie werden
durch Subventionen, die die Entwicklung der erneuerbaren Energien zum Ziel haben, abgefangen.
Die Stromerzeugung aus Wasserkraft hat Siemens schon lange in seinem Produktportfolio. In den letzten
Jahren kamen Windkraftanlagen, Biomassekraftwerke und neuerdings auch noch die Geothermie dazu.
Auf der dritten Klimakonferenz in Kyoto im Jahr 1997 haben die Vertragsstaaten das sogenannte "Kyoto-
Protokoll" verabschiedet.
19.September 2007 | In dem Protokoll verpflichten sich die Industriestaaten verbindlich, ihre gemeinsamen
Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase, darunter Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs), im Zeitraum 2008 bis 2012 um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990
zu senken. Dabei haben die einzelnen Länder unterschiedliche Emissionsbegrenzungsverpflichtungen
akzeptiert, z.B. Deutschland -21 Prozent Großbritannien -12,5 Prozent, USA -7 Prozent, Japan -6 Prozent,
Polen -6 Prozent, Frankreich +/-0 Prozent und Russland +/-0 Prozent. Das Protokoll ist ein Meilenstein in der
internationalen Klimapolitik, da es erstmals völkerrechtlich verbindliche Emissionsreduktionsziele festlegt und
mit einem klaren Zeitrahmen versieht.
Das Kyoto-Protokoll setzt allerdings nur Reduktionsziele für die "erste Verpflichtungsperiode" (Zeitraum 2008
bis 2012). Was danach geschehen soll, wird derzeit im Rahmen der Konferenzen der United Nations
Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen
verhandelt. Die EU erwägt, wenn andere große Industriestaaten sich ebenfalls zu Reduktionen verpflichten,
ihre Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. Damit hat die EU die
Führungsrolle im internationalen Klimaschutz übernommen. Auch die Ergebnisse des G8-Gipfeltreffens in
Heiligendamm sind wegweisend für die Verhandlungen eines Klimaschutzregimes nach 2012, da sich die G8-
Staaten, insbesondere die USA, für Verhandlungen zu einem Folgeabkommen im Rahmen der Vereinten
Nationen ausgesprochen haben. Sie einigten sich zudem darauf, eine Halbierung der Treibhausgasemissionen
bis 2050 ernsthaft in Betracht zu ziehen. Es ist für die zukünftige Klimapolitik unerlässlich, dass alle großen
Emittenten von Treibhausgasen in den Klimaschutzprozess einbezogen werden. Das heißt zum einen, dass
die USA, als größter Emittent, mit ins Boot geholt werden müssen. Zweitens bedeutet es, Schwellen- und
Entwicklungsländer schrittweise stärker in das Klimaschutzregime einzubeziehen. Diese Länder müssen
Anstrengungen unternehmen, ihr Emissionswachstum vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.
Im Kyoto-Protokoll gibt es Mechanismen, mit denen die Industrieländer einen Teil ihrer vereinbarten
Reduktionsverpflichtungen im Ausland erbringen können. Diese sogenannten flexiblen Mechanismen
ermöglichen es, die Treibhausgasemissionen dort zu reduzieren, wo mit dem geringsten finanziellen Aufwand
der höchste Reduktionsnutzen erzielt werden kann.
15.Oktober 2007 | Joint Implementation (JI)
Unter "Joint Implementation" fallen Projekte, die partnerschaftlich zwischen zwei Industrieländern durchgeführt
werden, die sich beide in Kyoto auf ein Emissionsreduktionsziel verpflichtet haben d.h.beide Länder müssen
das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben. Wenn ein Industrieland in einem anderen Industrieland ein
Klimaschutzprojekt durchführt bzw. finanziert, kann es sich die daraus resultierenden Emissionsminderungen
in Form von Minderungszertifikaten (Emission Reduction Units) auf sein Reduktionsziel anrechnen lassen. Das
Empfängerland dagegen darf sie sich dagegen nicht anrechnen lassen. Einsparungen aus Joint
Implementation Projekten können erst ab 2008 auf die Emissionen eines Industrielandes angerechnet werden.
Clean Development Mechanism (CDM)
Der "Clean Development Mechanism" funktioniert ähnlich wie "Joint Implementation". Der wichtigste
Unterschied ist jedoch, dass CDM Projekte gemeinsam von einem Industrieland mit Reduktionsverpflichtung
und einem Entwicklungsland ohne Reduktionsverpflichtung durchgeführt werden. Auch hierbei müssen die
teilnehmenden Länder das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben. Im CDM führt ein Industrieland in einem
Entwicklungsland ein Klimaprojekt durch und kann die dort reduzierten Emissions-Einheiten, "Certified
Emission Reductions", auf seinem Konto gutschreiben lassen. Ziel des CDM ist nicht nur, wie bei JI, die
Emissionsreduktionen so kosteneffizient wie möglich zu realisieren, sondern auch, Entwicklungsländern durch
Technologietransfer zu helfen, eine klimafreundliche Wirtschaft langfristig aufzubauen und zur nachhaltigen
Entwicklung des Landes beizutragen. Bisher sind von der zuständigen UN-Behörde 800 Projekte anerkannt.
China, Indien, Mexiko und Brasilien sind bisher die Länder mit den meisten genehmigten CDM Projekten. Viele
von Siemens angebotene Technologien sind auch für den Einsatz in CDM oder JI Projekten geeignet. Im
Februar 2007 hat Osram als erster Lampenhersteller weltweit die Genehmigung für eine CDM Methodik für
den Einsatz von Energiesparlampen erhalten. Damit können im Rahmen von CDM-Projekten Glühlampen mit
Energiesparlampen ersetzt werden und die eingesparten Mengen an Kohlendioxid-Emissionen als "Certified
Emission Reductions" genutzt werden.
Im Kyoto-Protokoll wurden neben der Festlegung der Reduktionsziele für die einzelnen Länder auch die sogenannten
flexiblen Mechanismen eingeführt, die auf kosteneffiziente Weise zur Erreichung der Treibhausgas-Reduktionsziele
beitragen sollen.
02.November 2007 | Neben CDM/JI –Projekten, die im letzten Klimaglossar beleuchtet wurden, ist der Emissionshandel
der dritte der flexiblen Mechanismen.
Der Emissionshandel geht auf eine alte Idee im Umweltschutz zurück: Die Nutzung natürlicher Ressourcen – wie zum
Beispiel der Atmosphäre – soll den Nutzer etwas kosten. Das Prinzip: Die Betreiber dieser Anlagen erhalten eine
Mindestausstattung mit kostenlosen Zertifikaten. Diese berechtigen den Besitzer zum Ausstoß einer genau festgelegten
Menge an Kohlendioxid (CO2). Gibt eine Anlage, dies können Kraftwerke oder Zementwerke sein, mehr CO2 ab als
kostenlos zugeteilt wurde, so muss der Betreiber für die zusätzliche Menge Emissionszertifikate zukaufen. Er kann diese
etwa von einem Unternehmen kaufen, das seine Anlage modernisiert und so seinen CO2-Ausstoß reduziert hat. Der Preis
richtet sich dabei nach Angebot und Nachfrage. Das Unternehmen muss also entscheiden, ob es sich rechnet, zusätzliche
Emissionszertifikate zu kaufen oder ob es, insbesondere langfristig, günstiger ist, die eigene Anlage mit
umweltfreundlicher Technik zu modernisieren und die dann eingesparten Emissionszertifikate zu verkaufen. Dadurch
bewirkt der Emissionshandel, dass Klimaschutz dort stattfindet, wo er mit den geringsten Kosten verbunden ist. Statt alle
Betreiber auf die gleichen starren Emissionswerte festzulegen soll dieser Mechanismus den Unternehmen mehr
Flexibilität bei der Umsetzung ermöglichen.
Die EU hat den Emissionshandel mit Beginn des Jahres 2005 für das Treibhausgas CO2 eingeführt. Zunächst wird dieser
Handel bis 2012 stattfinden, für die Zeit danach gibt es noch keine Vereinbarung. Siemens betreibt derzeit drei
Heizungsanlagen und Osram eine Glasschmelzanlage, die am europäischen Emissionshandel teilnehmen.
In den USA existiert ein regional begrenzter Markt für den CO2-Emissionshandel auf freiwilliger Basis.
Das IPCC ist ein zwischenstaatliches Expertengremium für Klimafragen, das 1988 unter der Schirmherrschaft der
Vereinten Nationen eingerichtet wurde. Gründungsorganisationen sind das World Meteorological Organization (WMO)
und das United Nations Environment Programme (UNEP). Das IPCC ist offen für alle Mitglieder der UN und der WMO.
14.November 2007 | Es hat die Aufgabe, auf einer umfassenden, objektiven, offenen und transparenten Basis
wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Informationen zusammenzustellen und abzustimmen. Dadurch
sollen die Risiken des menschlich induzierten Klimawandels und seine möglichen Auswirkungen besser verstanden und
die Optionen für Anpassung und Milderung aufgezeigt werden.
Das IPCC führt selbst keine Forschungen oder Klimaaufzeichnungen durch. Die Ergebnisse und Empfehlungen des
IPCC basieren hauptsächlich auf der Auswertung von Expertenbefragungen und wissenschaftlich/technischen
Veröffentlichungen.
Das IPCC hat drei Arbeitsgruppen und eine Task Force:
Das IPCC hat seit seiner Gründung mehrmals Sachstandsberichte vorgelegt, den letzten in diesem Jahr. Wichtige
Ergebnisse sind: